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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Aus  der  größten  der  Augsburger  Schulen

Georg Philipp Rugendas I (1666 Augsburg 1742). Führt erst der Reiter recht … . Offener Reitplatz rückseits von Ställen mit verschiedenfältigen Aktionen. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Georg Philipp Rugendas invent. del. fec. et excudit, ansonsten wie vor und unten. 48,5 x 65,5 cm.

Teuscher 68 + Abb. (druckfehlerhaft 40,5 cm, ohne Nummer); Stillfried 347. – Blatt 1 der 8blätterigen Reitschule T. 68-75 + Nagler 44, hier im wohl nachzuordnenden Zustand  mit  der Nummer 1 in kleinem Halbkreis am unteren Bildrand, wie auch das Exemplar der Eidgenöss. Technischen Hochschule Zürich. – Wz. Große Krone mit typograph. Anhänger sowie WANGEN-Wortmarke. – Mit Untertext:

Georg Philipp Rugendas I, Reitschule

Führt  erst  der  Reuter  recht  Leib,  Schenkel,  Verse,  Hand ,
So  wirdt  ein  edles  Pferd  bald  Schul=recht  und  gewandt ;
Und  durch  Fleiss,  Kunst,  ernst,  lust  zur  zier  dahin  gebracht ,
Das  es  vorn  hoch  hebt  auff  und  gut  Curbetten  macht .

Mit umlaufend 1-1,7 cm breitem Rand. – Gleichmäßiger Druck mit gutem Hell-Dunkel, doch von der gesamthaft schon etwas abgenutzten Platte, wie bei der nur ca. 50-60 wirklich gute Abdrucke – so der zeitgenösssiche Praktiker Sandrart – zulassenden Schabkunst durchaus hinnehmbar. – 9 cm schräg in die Himmelspartie hineinragende Quetschfalte vom Druck her. Stecknadelkopfkleines Löchlein oberhalb des Schweifs des Pferdes links außen. Rückseits bemerkbare leichte Knitterung.

Immens  selten,  fehlten die Blätter dieser Folge u. a. innerhalb der ca. 27600 Positionen des Weigelschen Kunstlager-Catalogs, Abt. I-XXVIII, 1838-1857, der Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub mit so Seltenheiten wie etwa Ridinger’s Reitschule in Groß-quer-Imperial (1963) und der Sammlung Sarasin (1999). Anstehendes Exemplar nun

nach  jahrzehntelanger  Augenweide  in  großzügigem  Ambiente

an  der  Wand  eines  Connaisseurs  von  Graden  erstmals  wieder  auf  dem  Markt .

Der den herrlichen Blättern dieser Folge mit ihren prachtvollen Pferden den Platz eingeräumt hatte, den schon vor hundert Jahren Wilhelm Schmidt in der ADB Rugendas resümierend zuwies:

„ Zweifellos würde (der ältere Georg Philipp Rugendas), unter bessere Verhältnisse gesetzt, etwa in den Niederlanden um 1650 lebend, ein Künstler geworden sein, der seine

sämtlichen  Pferde-  und  Schlachtenconcurrenten  überflügelt  hätte . “

Angebots-Nr. 28.160 / EUR  1380. / Export price EUR  1311. (c. US$ 2073.) + Versand

 

Siehe auch Blatt 2 dieser Folge
sowie Blätter 5, 7 + 8 der Pferdedressuren Teuscher 118-129.

 


 

“ ich habe kuerzlich Ihre web site über die Rugendasfamilie gefunden, welche ich von grosser inhaltlicher Qualität und Interesse finde … ”

(Señ. G. E., 19. December 2003)